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Das Auge des Lesers

Gerne wird die Arbeit eines Journalisten mit der Funktion eines menschlichen Auges verglichen. Dieser Vergleich, der nicht nur auf Fernsehmacher bezogen ist, basiert auf einer im europäischen Journalismus wichtigen Funktion: Der Journalist berichtet, was er erfährt, greift aber nicht selbst ein oder beeinflusst gar das Geschehen.

Sicher stellen das Interview und der Kommentar hier Ausnahmen dar. Dennoch bleibt der grundlegende Gedanke hier ebenso wichtig wie in den berichtenden Stilformen. Der Journalist hat die Aufgabe zu berichten, was an einem anderen Ort geschehen ist. Er ist Berichterstatter, tritt als Handelnder aber nur auf, um dieser Pflicht nachzukommen.

Und so heißt es in den Medien auch nicht: „Wir haben die Polizei angerufen. Die haben und erzählt, dass es gestern vor der Schule einen Unfall gab bei dem drei unserer Mitschüler verletzt wurden“. Statt dessen ist in der Zeitung zu lesen: „Am Freitag kam es vor der Musterschule zu einem Unfall. Nach Angaben der Polizei wurden drei Schüler der 10. Klasse verletzt.“



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